Oh, wie schön ist Panama (05.-20.02.2014)

Wir verlassen Curacao und segeln 643 Seemeilen weiter die venezolanische und kolumbianische Küste entlang nach San Blas, Panama. Die 4 Tage auf See sind eigentlich sehr schön, jedoch erwischt es uns in der dritten Nacht ordentlich. Die Ecke ist bei Seglern berühmt-berüchtigt für starken Wind und ausgesprochen hohen, kurzen Wellen und genau das erwartet uns dort auch nachts. Eigentlich ist es gut, dass es dunkel ist, als wir durch dieses Gebiet segeln. Dann kann man die achterlichen Wellenberge wenigstens nicht sehen. Am nächsten Vormittag ist dann der Spuk vorbei und wir können wieder perfektes Passat-Segeln genießen. Die Nacht hat uns allerdings reichlich Beute beschert: wir zählen 91! fliegende Fische an Deck. Das ist bisher absoluter Rekord!

Die San Blas Inseln sind Teil des autonomen Gebietes Guna Yala und liegen vor der Nordküste Panamas. Auf 57 der insgesamt 365 Inseln leben etwa 25.000 Kuna, eine indigenen Ethnie Panamas. Zusammen mit der auf dem Festland lebenden Bevölkerung sind es insgesamt etwa 33.000 Kuna, die sich in diesem Gebiet selbst verwalten.

Das Inselarchipel ist wirklich traumhaft schön und bietet einen Vorgeschmack auf die Südsee – oder zumindest stellen wir uns das so vor: kleine Palmeninseln mit weißem Sandstrand umgeben von Wasser in den schönsten Blautönen – einfach herrlich!

Im Westen, nahe der Hauptinsel El Porvenir, ist es etwas touristischer. Weiter nach Osten hin, zur kolumbianischen Grenze, sind kaum noch Segler anzutreffen. Lange können wir leider nicht im Paradies bleiben, da wir in Colón verabredet sind.

Jetzt liegen wir in der Shelter Bay Marina etwa 10 Seemeilen vom Eingang des Panamakanals entfernt und bereiten uns für die Durchfahrt und die Passage in den Pazifik vor. Und da sind wir nicht die einzigen! Es herrscht reges Treiben in der Marina. Überall wird gewerkelt, geschraubt, gebastelt und proviantiert. Antares ist bereits so voll mit Lebensmitteln, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie überhaupt noch schwimmt. Jede freie Stelle ist mit Nudeln, Reis, Dosen etc. belegt. Aber zum einen brauchen wir Proviant für die langen Passagen, zum anderen wird es sicher in manchen Regionen der Südsee deutlich schwieriger sein, Lebensmittel zu bekommen oder wenn doch, dann zu horrenden Preisen. Also nehmen wir so viel wie möglich mit.

Für die Kanaldurchfahrt haben wir einen Agenten beauftragt, der sich um die Formalitäten kümmert, Termine mit der Kanalbehörde zur Abmessung des Bootes vereinbart und uns für die Durchfahrt einbucht. Zudem versorgt er uns mit den in den Schleusen vorgeschriebenen langen, stabilen Leinen und zusätzlichen Fendern bzw. Autoreifen.

Bevor man in die Schleuse fährt, bekommt jedes Boot einen Lotsen zugeteilt, der die gesamten 40 Seemeilen an Bord bleibt. Zusätzlich muss jedes Boot neben dem Lotsen und dem Skipper noch vier Leinenhändler haben, die in den Schleusen dafür zuständig sind, das Boot in der Mitte zu halten und die Leinen entsprechend zu fieren oder dicht zu holen. Leinenhändler können Crewmitglieder, andere Segler oder vom Agenten beauftragte Leute sein.

Wir haben unseren Termin für Freitag, den 21.2. erhalten. So wie es jetzt aussieht, werden wir Freitagnachmittag mit zwei weiteren Segelbooten im Päckchen in die ersten drei Schleusen fahren, die uns 26 m über den Meeresspiegel bringen. Nach dem Schleusenvorgang verlässt der Lotse für die Nacht das Boot und wir machen im Gatun-See an einer Boje fest. Früh am nächsten Morgen geht es weiter durch den Kanal bis zu den drei Schleusen am Ende, die uns dann auf den Pazifik-Level runterbringen. In Balboa gehen dann der Lotse und die drei Leinenhändler von Bord und wir segeln zu zweit weiter.

Die Schleusenvorgänge können für kleine Boot manchmal etwas unangenehm sein, da ca. 101.000 m³ Wasser in ungefähr 8 Minuten in die Schleuse rein- oder raus fließen. Da können schon ordentliche Strömungen entstehen. Ein weiteres Handicap ist der sogenannte White-Wash, der entsteht, wenn man hinter einem großen Frachter hochgeschleust wird. Wenn der Frachter dann mit eigener Motorkraft die Schleuse verlassen muss, entstehen durch die Schraube Turbolenzen, die dann ein Segelboot schon mal in Schwierigkeiten bringen können, wenn die Leinen nicht richtig gehandhabt werden. Im Großen und Ganzen soll es aber wenig Schäden oder Probleme geben und das soll auch bitte so bleiben. Wir dürfen auf Freitag und Samstag gespannt sein.

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