Karibik die Zweite (09.12.2013 – 04.02.2014)

Zurück in die Karibik nach Antigua – hier waren wir ja schon einmal und wären hier auch nicht wieder hingesegelt, wenn es nicht ein guter Treffpunkt mit unseren schweizer Freunden Eva und Alec und deren Boot „Tangaroa“ gewesen wäre. Von den beiden nach dieser beschwerlichen Fahrt aus den USA im Hafen von Jolly Harbour in Empfang genommen zu werden tut richtig gut. Die 10 Monate Trennung werden bei gemeinsamen Abendessen und so mancher Flasche Wein schnell aufgearbeitet.
Die beiden erhalten für zwei Wochen Besuch von Ulrike und Matthias, zwei deutschen Seglern aus Köln, die wir auch im letzten Jahr kennengelernt haben und wir verbringen gemeinsam eine schöne Zeit mit vielen feucht-fröhlichen Abenden in den Cockpits unserer beiden Boote und einem sehr gemütlichen  Weihnachtsessen auf „Tangaroa“.
Olaf’s Geburtstag und Silvester verbringen wir noch auf Antigua, bevor wir am 02. Februar unsere Zelte abbrechen und mit einer Nachtfahrt gemeinsam mit Eva und Alec zu den BVI’s in den Virgin Gorda Sound segeln.

In den British Virgin Islands waren wir ebenfalls schon im Jahr zuvor gewesen, allerdings nur recht kurz, so dass wir den Inseln gerne noch einen zweiten Besuch abstatten wollen. Der Gorda Sound von Virgin Gorda ist ein großer, geschützter Bereich umgeben von Inseln, wo man gut mal ein paar Tage verbringen und die Seele baumeln lassen kann. Wir ankern direkt vor Saba Rock, einer Mini-Insel mit einem kleinen Hotel und zugehörigem Restaurant und Bar – ein perfekter Platz für einen Sundowner mit Blick über die Bucht. Nebenan, auf der nächsten Insel und auch sehr schön, ist Bitter End: Yachtclub mit kleiner Marina, Hotel, Restaurant und Bar.

Unsere nächste Station ist Road Town auf Tortola, da uns am Achterstag, dem Drahtseil, dass den Mast nach hinten abspannt, ein kleiner Draht am Isolator gebrochen ist und wir jetzt einen Rigger brauchen. Das Achterstag wird abgenommen, zwei neue Isolatoren werden eingebaut und das ganze wird wieder angebracht. So ganz klappt es auf Abhieb leider nicht, aber nach einigem hin- und her, neuen Überlegungen und einem weiteren Tag in der Marina, können wir nach zwei Tagen wieder nach Virgin Gorda aufbrechen, wo wir uns mit Eva und Alec treffen, um uns gemeinsam „The Bath“ anzuschauen.

Dieser schöne Küstenabschnitt ist gesäumt und unterteilt von großen Granitfelsen. Ein Durchgang zwischen den wie willkürlich hingeworfenen, enormen Felsbrocken verbindet zwei Buchten mit schönen Sandstränden – ein traumhafter Ort, wären dort nur halb so viele Touristen.
Der nächte Stopp ist Marina Cay – wieder eine kleine Insel mit Hotel und Bar und an mehreren Abenden in der Woche mit Live-Musik , allerdings kein Reggae oder karibische Klänge, sondern amerikanische Klassiker – passend für das hauptsächlich amerikanische Publikum.
Zu Vollmond wird in der gegenüber liegenden Trellis Bay regelmäßig eine Full-Moon-Party organisiert mit BBQ, Musik, Artisten und einem Feuerspektakel in den vom Ortsansässigen Künstler geschmiedeten, großen Eisenkugeln.

Unsere letzten Stopps sind Cooper Island und Norman Island und hier heißt es nach über 5 wunderschönen, gemeinsamen Wochen von Eva und Alec Abschied zu nehmen. Die beiden wollen noch einige Zeit in der nördlichen Karibik bleiben, unser Weg führt uns weiter Richtung Süden. Wir vermissen die beiden jetzt schon und hoffentlich vergehen bis zum nächsten Wiedersehen nicht wieder 10 Monate!

Von den British Virgin Island geht es für einen kurzen Zwischenstopp nach St. Croix: von Christoph Kolumbus 1493 entdeckt, wurde die Insel von den Engländern und Holländern besiedelt, dann von den Spaniern besetzt, die wiederum von den Franzosen vertrieben wurden. Diese verkauften die Insel an den Malteserorden, der St. Croix dann bald weiter an die Französische Westindien-Kompanie verkaufte. 1733 wurde die Insel dann wiederum an die Dänische Westindien-Kompanie veräußert. Ihr jetziger Besitzer, die USA, erwarb St. Croix 1917 für 25 Millionen $ von Dänemark – eine wahrlich abwechslungsreiche Inselgeschichte.

St. Croix ist die größte der US Virgin Islands, liegt etwas Abseits und wird von Seglern daher nicht so häufig angefahren. Die Insel ist eigentlich ganz schön, wirkt aber etwas verschlafen, da der größte Arbeitgeber vor ein paar Jahren seine Tore geschlossen hat und viele „Crucians“ die Insel auf der Suche nach Jobs verlassen mussten. Viele Läden in den historischen Stadtteilen von Christiansted und Frederiksted mussten leider schließen. Eigentlich herrscht nur reger Betrieb, wenn in Frederiksted ein Kreuzfahrtschiff anlegt, ansonsten wirken die Straßen der beiden schönen Städte mit den Kolonialbauten aus der dänischen Verwaltungszeit eher verlassen.

Von der nördlichen Karibik geht es dann für uns 418 Seemeilen quer über das karibische Meer zu den ABC-Inseln. Bonaire steuern wir als erstes an und es gefällt uns ausgesprochen gut dort. Die Insel selbst ist zwar landschaftlich ziemlich karg, aber insgesamt ist die Atmosphäre dort sehr relaxt und die Leute sind super nett.

Bonaire ist politisch eine besondere Gemeinde der Niederlande und ist dadurch eine Mischung aus viel Holland, einen Teil Lateinamerika und wenig Karibik. Außerdem bekommt man dort alle nur erdenklichen holländischen Produkte. Das Größte war die Käsetheke im Supermarkt: endlich gab es mal wieder etwas anderes als Chedder! Gouda, Beemster in Hülle und Fülle – das ist schon was besonderes und peppt unser Frühstück ordentlich auf.

Curaçao, ein autonomer Landesteil der Niederlande, ist recht ähnlich, aber deutlich größer, lauter und hektischer und etwas weniger entspannt. Die historische Innenstadt, seit 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, ist schon ein Hingucker und hat uns gut gefallen.

Da wir hier einen Mietwagen haben, nutzen wir die Chance, um das Boot mit holländisch-europäischen Lebensmitteln vollzustopfen.

Eins war hier jedoch besonders auffällig: die Zollbeamten auf beiden Inseln waren mit Abstand die freundlichsten und hilfsbereitesten, die wir auf unserer ganzen Reise angetroffen haben – und das waren ja schon einige! Normalerweise vermitteln die Beamten bei der Einreise eher den Eindruck, im Land nicht willkommen zu sein – jedoch nicht so in Bonaire und Curacao.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s