Good Old England (23.06. – 14.07.12)

Dünkirchen – Dover: 40 Seemeilen, die es in sich haben. Aus den angesagten 5-6 Bft aus West werden später 7 Bft, in Böen 8 Bft. Generell nicht so tragisch, da aber in diesem Fall ab Mitte des Kanals Strömung und Wind gegeneinander laufen, haben wir es mit sehr hohen, unglaublich steilen und schnell aufeinanderfolgenden Wellen zu tun. Meile für Meile geht es durch meterhohe Wasserwände Richtung Dover. Nach acht Stunden Achterbahnfahrt erreichen wir gut durchgeschüttelt und sichtlich erleichtert endlich England. Die Fahrt hatte aber auch was Gutes – wir wurden deutlich sensibler: ab Dover prüfen wir vor jeder Fahrt noch genauer unsere Route in Bezug auf Tiden, Strömungen und Windrichtung.
Von Dover aus geht es weiter über Eastbourne und Brighton ins Segelmekka zur Isle of Wight nach Cowes. Leider können wir hier nicht lange bleiben, da kurz darauf das „Around the Island Race“ stattfindet und alle Häfen im Umkreis mit den erwarteten 2.000 Segelbooten hoffnungslos überlaufen sind.
Nach einer Nacht und je einer Portion Fish & Chips verlassen wir daher Cowes in Richtung Weymouth, Devon. Hierzu passieren wir „The Needles“ , einer Meerenge westlich der Isle of Wight mit beachtlichen 4 Knoten Strömung! Diesen Bereich sollte man tunlichst zum richtigen Zeitpunkt befahren, da eine Gegenströmung einen gerne mehr oder weniger auf der Stelle stehen lässt.
In dem charmanten Fischerort und Seebad Weymouth verbringen wir die nächsten drei Tage, bis der aufgekommene Wind sich wieder gelegt hat und wir nach Torquey weitersegeln können. Auf dem Weg dorthin müssen wir um die Isle of Portland herum, an deren Cap uns wieder hohe Wellen erwarten. Um ein zweites Dovererlebnis zu vermeiden, entscheiden wir uns, dass Cap großzügig zu umfahren.
Torquay gilt als Schmuckstück der Englischen Riviera, wobei es uns schwerfällt, das bei 17°C und Dauerregen nachzuvollziehen.
Danach machen wir uns auf Richtung Dartmouth, das uns leider auch mit strömenden Regen und tief hängenden Wolken empfängt, so dass wir von der schönen Küstenlangschaft und dem Ort selbst vorerst nur wenig mitbekommen. Am Ziel angekommen erhalten wir vom netten Hafenmeister unsere neue Adresse zugewiesen: „Deep Water Pontoon 3“ mitten im Fluss Dart. Am nächsten Morgen haben sich die Wolken verzogen und wir besuchen mittels Wassertaxi das wunderschöne Dartmouth und genießen die seltenen Sonnenstrahlen im britischen Empire.
Von hier aus geht es weiter über Salcombe, Plymouth und Fowley nach Falmouth in Cornwall. Hier machten wir etwas länger Station, um mit einem Mietwagen das Rosamunde-Pilcher-Land zu erkunden: Lizard Halbinsel, St. Michael’s Mount, Penzance, Land’s End, St. Ives und die cornische Küste entlang zu den Bedruthan Steps.
Nach einer zwar teilweise verregneten, aber dennoch wunderschönen Zeit in England verlassen wir von Helford River aus die Insel. Insgesamt hat uns – trotz der Wetterumstände- die Südküste Englands ab der Isle of Wight sehr gut gefallen und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Engländer schwer beeindruckt.

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